Mein Ziel ist, dass die Stadt Konstanz eine klimaneutrale Stadt wird – spätestens bis zum Jahr 2035. Das bedeutet, dass in 15 Jahren in Konstanz höchstens so viel CO2 ausgestoßen werden soll, wie hier gebunden werden kann. Ich bin der Meinung, dass wir, die Konstanzer Stadtgesellschaft dieses Ziel hauptsächlich durch das Verändern unserer eigenen Gewohnheiten, unseres Konsums und unseres Handelns erreichen sollen – und nicht dadurch, dass wir Kompensationszahlungen  leisten und uns damit aus der Verantwortung kaufen. Der Weg zu einer klimaneutralen Kommune wird mit Sicherheit kein einfacher Weg werden, aber ich bin davon überzeugt, dass er machbar ist und wir das mit Unterstützung jedes Einzelnen schaffen werden. Die Entwicklung unserer Stadt zu einer nachhaltigen, klimaneutralen Stadt erfordert in nahezu allen Bereichen unseres Lebens Veränderungen:

Klimaneutrale Mobilität

Wir Alle schätzen die Mobilität der modernen Gesellschaft. Wir wollen reisen, sind berufstätig und definieren unsere Gesellschaft darüber, dass ein starker Kulturaustausch stattfindet – auch und gerade durch die heutigen Möglichkeiten der Mobilität. Klimaneutrale Mobilität erfordert eine deutliche Veränderung unserer Gewohnheiten, erfordert eine neue Gestaltung der Stadt: weniger Individualverkehr, zusätzliche Fahrradwege, ein weiterer Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs oder die Umstellung unserer Busflotte auf kleinere Elektrofahrzeuge.
Um das Ziel einer nachhaltigen Mobilität zu erreichen, reicht es nicht, die Konstanzer Innenstadt vom Auto zu befreien. Aber wir brauchen bereits heute Schritte auf dem Weg dorthin: weniger Individualverkehr in der Innenstadt, ein dichteres und attraktiveres Angebot an Stadtbussen und dadurch mehr Raum für Menschen – Fußgänger, Fahrradfahrer, Begegnung im öffentlichen Raum und vieles mehr. Lieferketten müssen
sich verändern, Logistik braucht neue Ideen. Diese Gesamtentwicklung zahlt sich nicht nur für ein gutes Klima aus, sondern insbesondere für eine bessere Aufenthaltsqualität in der Stadt.

Wohnen in einer klimaneutralen Stadt

Konstanz ist bereits heute eine Stadt der hohen Mieten. Die öffentliche Hand hat daher den Auftrag und die Pflicht, sozialen und bezahlbaren Wohnraum zur Verfügung zu stellen. Diesem Auftrag ist die WOBAK in den vergangenen Jahren mit enormer Anstrengung nachgekommen. Allerdings: Herkömmliches Bauen ist nicht klimaneutral. Gerade Bauen auf wenig Fläche verbraucht meisten sehr viel Beton. Klimaneutrales Bauen basiert auf nachhaltigen Rohstoffen – gerade aber Holzbau ist zum heutigen Zeitpunkt teurer und nicht im erforderlichen Umfang verfügbar.
Aus Gründen des Klimaschutz auf Wohnbau zu verzichten, würde bedeuten, rasch steigende Mieten in Kauf zu nehmen und Menschen mit niedrigen oder auch mittleren Einkommen in den ländlichen Raum zu verdrängen. Dadurch anfallende Arbeitswege wiederum verursachen ihrerseits wieder negative Klimafolgen. Stattdessen müssen wir lernen, klimaneutral zu bauen. Mein Ziel für Konstanz ist es, dass unsere Wohnbaugesellschaft bis 2035 in der Lage ist, klimaneutral ernergieautarke Gebäude zu erstellen – auch für Menschen mit niedrigeren Einkommen.

Die soziale und klimaneutrale Stadt Konstanz

Konstanz ist eine soziale Stadt und soll dies auch bleiben. Das bedeutet, dass Menschen auch mit niedrigen Einkommen am öffentlichen Leben teilhaben können. Die Kosten für die Erneuerung unserer Stadt und für den Umbau zu einer klimaneutralen Stadt dürfen nicht von den Menschen getragen werden, die bereits heute zu wenig Mittel und Möglichkeiten zur Verfügung haben. Bei der Umstellung unserer Mobilität, unserer Wohnraumschaffung, unserer kulturellen Angebote müssen wir im Blick behalten, dass wir für den Weg zur klimaneutralen Kommune alle Menschen in der Stadt brauchen. Jeder Einzelne muss sich diesen neuen Lebensweg leisten können – oder dabei unterstützt werden. Aber nicht nur das: Wir brauchen ein gemeinsames Verständnis aller, um nachhaltig diesen Weg zu gehen und keine gesellschaftliche Spaltung zu riskieren. Nur, wenn es gelingt, alle Menschen dieser Stadt mitzunehmen, kann das gesamtgesellschaftliche Vorhaben einer nachhaltigen Stadt Erfolg haben.gemeinsames Verständnis aller, um nachhaltig diesen Weg zu gehen und keine gesellschaftliche Spaltung zu riskieren. Nur, wenn es gelingt, alle Menschen dieser Stadt mitzunehmen, kann das gesamtgesellschaftliche Vorhaben einer nachhaltigen Stadt Erfolg haben.

Klimaneutraler Tourismus

Konstanz versteht sich als weltoffene und tolerante Stadt. Ein großer Teil unserer Bevölkerung und unserer Wirtschaft lebt davon, dass Menschen nach Konstanz kommen, hier verweilen, übernachten, Kultur genießen und auch einkaufen. In einem klimaneutralen Konstanz wollen wir diese Offenheit nicht verlieren. Mein Ziel ist es, dass Konstanz Wegbereiter wird für nachhaltigen Tourismus. Die Menschen, die unsere Stadt besuchen, sollen erleben können, dass sie sich durch verschiedene Angebote klimaneutral in der Stadt fortbewegen können – sei es auf unseren ausgebauten Fahrradwegen, sei es durch die Fahrt in unserer Elektrobusflotte, sei es zu Fuß in unserer Stadt der kurzen Wege. Hierfür braucht es allerdings auch eine bessere Anbindung über den öffentlichen Nah- und Fernverkehr, damit unsere Gäste gar nicht erst mit ihrem privaten PKW anreisen müssen.

Klimaneutrale Wirtschaft

Die Wirtschaft ist ein wesentlicher Faktor bei der Entwicklung der Stadt. Konstanz hat hierbei einen wichtigen Vorteil gegenüber vielen anderen Kommunen: unser Wirtschaftsstandort hat sich in den letzten Jahren entwickelt zur einer
kleinteiligen Unternehmensstruktur mit vielen innovativen, wissensbasierten Unternehmen. Unsere Wirtschaft lebt insbesondere von einer guten Vernetzung, von der Nähe zu unseren Hochschulen und von vielen klugen Köpfen. Damit kommt unserer Wirtschaft auch die Rolle zu, unseren Weg zur klimaneutralen Stadt mit Ideen, Entwicklungen und Innovationen zu begleiten.

Klimaneutralität braucht Digitalisierung

Zahlreiche Entwicklungen, die unsere Stadt in den kommenden Jahren begehen muss und wird, sind nicht ohne Digitalisierung möglich: Digitalisierung kann dazu beitragen, Sharing-Angebote zu schaffen und zu nutzen. Eine Reduzierung des privaten Fahrzeugbestandes kann gelingen, wenn Sharing-Fahrzeugflotten ausgebaut werden. Wenn wir Wohnraum reduzieren wollen, kann das insbesondere durch Sharing-Angebote gelingen, um Dinge zu teilen, die wir alle hin und wieder, aber nicht täglich benötigen. Dabei kann es um Gästezimmer für die Großeltern gehen, es kann aber auch um Gegenstände wie beispielsweise einen Rasenmäher gehen. Digitalisierung kann aber auch ein wesentlicher Bestandteil eines bedarfsgerechten Mobilitätsangebots sein, sie kann dazu beitragen, Energiebedarfe zu steuern oder andere Ressourcen zu sparen. Mein Ziel ist es daher, die zukünftige Strategie der Digitalisierung an der Zielsetzung der Klimaneutralität auszurichten. Mit der Erarbeitung der Digitalen Agenda haben wie diese Entwicklung auf den richtigen Weg gebracht. Die nachhaltige Stadt und die „Smart City“ gehören zusammen.

Der Weg zur Klimaneutralität braucht Zeit – und eine Umsetzungsstrategie

Die klimaneutrale Energieversorgung, klimaneutrales Bauen auch für den sozialen Wohnungsbau, energetische Gebäudesanierung, der gesellschaftliche Wandel zu einer klimaneutralen Mobilität – alle diese Aufgabenfelder müssen bearbeitet werden und mit einer umsetzungsorientierten Strategie hinterlegt werden. Es reicht nicht aus zu wissen, wie die klimaneutrale Gesellschaft in Zukunft aussehen soll – die Aufgabe des Oberbürgermeisters ist auch aufzuzeigen, wie diese Zukunft Schritt für Schritt umgesetzt werden kann – ohne dabei den sozialen Auftrag der Stadt aus den Augen zu verlieren. Mein Ziel ist es, die Stadt Konstanz bis spätestens 2035 klimaneutral zu gestalten. Diese Entwicklung wird vermutlich die bedeutendste Veränderung unserer Stadt seit der Industrialisierung erfordern. Um diesen Weg gehen zu können, haben wir uns wissenschaftliche Unterstützung geholt. Ich bin davon überzeugt,
dass die Entscheidung, das IFEU-Institut mit der Darstellung eines gangbaren Weges zu beauftragen, die richtige Grundlage dafür ist, dass wir das Ziel der
Klimaneutralität bis 2035 erreichen können!

Klimaneutrale Energieversorgung

Ein Großteil aller Gebäude muss energetisch saniert werden, damit in Zukunft weniger Energie insbesondere für das Heizen verbraucht wird. Gebäudesanierung braucht nicht nur finanzielle Mittel, sondern insbesondere auch viel Zeit. Aus diesem Grund ist es besonders wichtig, die  Energieversorgung auf klimaneutrale Energieträger umzustellen. Wo heute noch Erdgas oder gar Öl verbrannt wird, braucht es künftig erneuerbare Energien wie beispielsweise Sonne, grünen Wasserstoff oder Nahwärme aus dem See. Um diese Energiewende zu ermöglichen, müssen unsere Energienetze erneuert werden, die Stadtwerke müssen ihr heutiges Geschäftsfeld auf neue Wege bringen. Der Photovoltaik-Ausbau muss weiter vorangetrieben werden. Die Einführung einer Solarpflicht ebenso wie der Solaroffensive waren hierfür wichtige Schritte.

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